Es sollte ein feierlicher Auftakt werden, denn diesen Zeitraum von 800 Jahren kann sich kaum einer der Anwesenden vorstellen. Kein Ort ist geeigneter als das Gebäude auf dem kleinen Hügel mitten im Dorf. Schon damals stand diese Kirche dort, in welcher Gestalt auch immer. Die Festmusik mit Orgel, Flügelhorn und Akkordeon sorgte für die entsprechende Stimmung und Aufmerksamkeit. Ortsvorsteher und Bürgermeister fanden geeignete Worte für einen interessanten Rückblick aber auch für den Blick nach vorn. Szenische Lesungen aus dem Zeitungsnachlass von Christian Schwela (jahrelanger Lehrer, Kantor und Redakteur in Schorbus) gaben der festlichen Stimmung einen humorvollen Anstrich. Auch der Landrat grüßte mit einem Festwort, verlesen von Herrn Giebler.
Einer der Höhepunkte war die Festbuchpräsentation. Ein Erzählbuch der Schorbuser, die in 64 kleinen Geschichten über Ihr Leben, Ihre Erinnerungen, ihre Wünsche und Begeisterungen und immer wieder über das „Damals“ schrieben. Pfarrer Marnitz schnürte als Hausherr mit sehr passenden Worten diesen Jubiläumsauftakt zu einem gelungenen Geburtstags-Geschenk zusammen.
Eine kleine Kirchenausstellung macht die Jahrhunderte transparenter. Vor allem die authentischste Erzählerin, die Kirche, kommt zu Wort und berichtet über ihre Zeitzeugen zum Beispiel den Altar aus 1490. Eine kleine Videoanimation holt unsere Muttersprache zurück. Sogar kurze Sätze auf niedersorbisch/wendisch sind hör- und erlernbar. Auch die Bedeutung unserer wendisch geprägten Namen kann angeklickt werden.
Schlussendlich sorgte der Bürgermeister mit seiner Brunnenfee für die etwas mühevolle Übergabe seines Geschenkes, nämlich einer Stieleiche, welche er eigenhändig in den historischen Boden des Kirchhofes pflanzte. Sie hat die Chance bis 800 Jahre alt zu werden. Welch ein bewegender Gruß an die nachfolgenden Generationen.
In der sorbischen Sendung "Luzyca" des rbb wurde über “800 Jahre Schorbus” berichtet. Hier geht es zum Beitrag in der ARD-Mediathek.