Sternsinger sind Glücksbringer - Nomoskar aus Groß-Gaglow

Nomoskar, so sagt man „Hallo“ auf Bengalisch. In diesem Jahr richtet die Sternsingeraktion den Blick besonders auf die Kinderarbeit in Bangladesch.  Etwa ein Drittel der 167 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner von Bangladesch lebt in Armut. Um zum Familienunterhalt beizutragen, müssen viele Kinder die Grundschule abbrechen und arbeiten gehen. Trotz Fortschritten im Kampf gegen Kinderarbeit sind es in dem südasiatischen Land noch rund 1,8 Millionen Kinder und Jugendliche die Arbeiten verrichten, für die sie viel zu jung sind, die sie vom Schulbesuch abhalten und die ihrer Gesundheit und Entwicklung schaden – 1,1 Millionen sogar unter besonders gesundheitsschädlichen und ausbeuterischen Bedingungen. Sternsinger-Partnerorganisationen setzen sich dafür ein, Kinder aus Arbeitsverhältnissen zu befreien und ihnen den Schulbesuch zu ermöglichen.

Aufgeregt und gut gelaunt warteten die Kinder im Gemeindehaus Groß Gaglow. Es ist Samstag, der 10. Januar und natürlich schulfrei. Draußen locken die Sonne und frischer Schnee, aber gerodelt wird später. Heute spenden die Kinder ihre Freizeit der Sternsinger-Aktion. Pfarrer Robert Marnitz und Pfarrerin Doris Marnitz begrüßen die Kinder herzlich. Die Liedzettel liegen bereit und die Gitarre ist gestimmt.  Viele Lieder sind den Kindern schon bekannt und später zu einer kleinen Andacht möchte man gemeinsam singen. Der Segen To-Go, ein Segensaufkleber für die Haustür, soll an alle Besucher des Gottesdienstes verteilt werden. Das Lieblingslied ist aber ganz klar, "Sternsinger sind Glücksbringer" und das können alle ganz besonders gut und laut mitsingen.

Natürlich gab es auch wieder einen neuen Sternsinger-Film mit Willi Weitzel. Gespannt schauten die Kinder zu. Willi erzählt, was er mit Nour und Tazim erlebte. Beide sind zwölf Jahre alt und leben in Bangladesch. Sie mussten schon früh arbeiten, damit ihre Familien überleben konnten. Heute gehen beide wieder zur Schule – dank des Sternsinger-Projekts.

Nun mussten aber auch noch schnell glitzernde Kronen gebastelt werden. Das machte allen Spaß. Dazu ein warmer Bratapfeltee und stärkende Kekse. Als Könige sollten die Kinder heute den Segen bringen. Mit majestätischen Umhängen in rot und mit funkelnden Borten.

Der Gemeinderaum war gut gefüllt und fröhlich startete der kleine Gottesdienst. Kasper, Melchior und Balthasar begrüßten die Gemeinde, der Stern wurde stolz vor den kleinen Altar getragen. Pfarrerin Doris Marnitz erklärte noch einmal die Aktion und ihre Ziele. Kinderarbeit hat einen klaren Grund: Armut.

Als Einsatz dagegen sollte heute gesungen und gesammelt werden. Man konnte spüren: Diese Kinder mit ihren Kronen und Gewändern möchten etwas bewegen, sich für Kinder in ihrem Alter einsetzen. Andreas Knieschke unterstützte den kleinen Königschor musikalisch. In viele Lieder stimmte die Gemeinde mit ein.

Den Segen To-Go nahmen alle gern mit nach Hause. Als Dankeschön gab es noch ein stolzes Lächeln der Kinder und sicher auch einen Ohrwurm dazu. Das größte Dankeschön geht an Euch Kinder, Ihr setzt euch gegen Kinderarbeit ein, bringt Gottes Segen zu den Menschen und macht die Welt ein Stück gerechter.

Danke auch für Euren Einsatz beim Familiengottesdienst am nächsten Tag in der Martinskirche!

Dhanyabad, so sagt man „Dankeschön“ auf Bengalisch.

Fotos: Ev. GKG Cottbus-Süd (Bild 1 von Uli Winz)